Donnerstag, 17. April 2014

Taxi-Mitfahrzentrale (und kein Ende in Sicht)

So, da ist anscheinend so einiges durcheinander geraten.
Auch ich bin wohl einem Irrtum aufgesessen.
Das gestrige Urteil des Landgerichts Berlin hat nichts mit der momentan so heiß diskutierten App von UberPOP, über die ich ich mich so aufgeregt habe, zu tun.

24 Seiten Juristendeutsch, wer sich das antun möchte, hier geht es zum Download des Urteils.

Der Kollege Sash versucht es aufzudröseln. 

In meinen Postings habe ich auch nichts von diesem Urteil geschrieben, also die gelten nach wie vor. Vor allem und das ist der entscheidende Punkt, die Warnung des Senats:

Warnung vor neuen "Taxi-Apps"


Nur in einem meiner Kommentare habe ich eine einstweilige Verfügung erwähnt. Das stimmt nicht. Dieses Gerichtsurteil betrifft den Limousinen-Service von Uber.

Aber die gesamte Presse (einschließlich rbb-abendschau) ist dieser Fehleinschätzung aufgesessen. Wie kann auch der Senat eine Warnung vor einer Uber-App genau an am gleichen  Tag der Urteilsverkündung zu einem anderen Fall zum Thema Uber herausgeben. ;-)


Mittwoch, 16. April 2014

Taxi-Mitfahrzentrale (3)

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung reagiert:

"...In der Praxis heisst dies, dass das Angebot einer Taxi-Dienstleitung von Personen oder Unternehmen, die nicht über eine entsprechende Genehmigung und Fahrerlaubnis verfügen, gegen geltendes Recht verstößt. Fahrgäste, die ein solches Angebot nutzen, sind rechtlich nicht abgesichert und gehen versicherungstechnische Risiken ein. Die Senatsverwaltung warnt daher Fahrer und Fahrgäste dringend vor der Nutzung solcher Angebote..."

Und damit ist das Ding für mich vom Tisch.

Taxi Mitfahrzentrale (2)

Ich hätte nicht gedacht, dass die Überschrift noch eine (2) kriegt.

Ganz ehrlich gesagt habe ich es nicht wirklich ernst genommen. Große Klappe, aber so absurd, dass man sich nicht weiter damit beschäftigen muss.

Aber in anderen Städten ist es schon soweit. Selbst die EU-Digitalkommissarin Neelie Kroes beschäftigt sich damit. Und nicht so, wie man sich das als professioneller TAXIfahrer wünscht.

Wozu habe ich eigentlich fast ein Jahr lang Straßennamen, Plätze, Objekte und Routen gebüffelt, wenn heute jeder dahergelaufenefahrene (und darum wird es gehen) ohne jede Ortskenntnis, ohne ein Gewerbe anzumelden und ohne Steuern abzugeben in der Stadt auf Bestellung Fahrgäste rumkutschieren darf? Frau Kroes, Sie sind nicht bei Verstand.
Apropos, dieses Jahr ist noch meine Gesundheitsprüfung zur Verlängerung des P-Schins fällig. Macht Uber die selber?

http://www.spiegel.de/wirtschaft/uber-und-private-taxis-neelie-kroes-verteidigt-start-up-a-964702.html

Da ich keinen Twitter-Account habe, kann mal einer der Dame seine Meinung sagen? "Show your anger" meint sie ja selber. Hashtag im Artikel.



Montag, 14. April 2014

Taxi-Mitfahrzentrale

Taxi fahren ohne... alles. Also ohne Taxi, ohne Taxischein, ohne Verstand. Und natürlich auch ohne Steuern zu bezahlen. Trinkgeld heißt die Bezahlung.


Ich fasse es nicht.

Mittwoch, 9. April 2014

Klaglos hingenommen

"Hier stimmt so."

Er bezahlte die 5,60 Tour mit einem Zehner.

"Und weil Sie so klaglos diese kurze Tour hingenommen haben, habe ich noch was für Sie. Wenn Sie mich hier um halb drei abholen, fahren wir zuerst nach Neukölln, holen meine Frau ab und dann geht es weiter zum Waldorf Astoria."

"Das ist halt Berufsrisiko. Der Eine will zum Flughafen, der Andere halt nur zweimal um die Ecke. Aber dafür sind wir ja auch da."

"Da habe ich aber schon ganz andere Kommentare von manch einem Ihrer Kollegen erlebt."

Normalerweise nehme ich keine persönlichen Vorbestellungen an, da man u.U. in der halben Stunde zuvor eigentlich nichts richtig Sinnvolles unternehmen kann.

Ich nahm sie trotzdem an. Und mir ist was Sinnvolles eingefallen: Ich war Kaffeetrinken.

Die Tour hat sich dann auch noch als lukrativ erwiesen, dank längerer Wartezeit. Seine Frau war unpünktlich.

Dienstag, 8. April 2014

Sie sind doch Taxifahrer

Es war mal wieder wie so oft: Direkt am Eingang vom 5 Sterne Hotel am Pariser Platz hatte sich eine Menschenmenge versammelt, blockierte den Gehweg und teilweise sogar die Straße. Alle mit Blickrichtung zum Hoteleingang.

Warum? Keine Ahnung, interessiert mich auch nicht. Nie! Die fahren eh nicht mit uns.

Ich stand also mit einem Kollegen vor dem Hotel und wir quatschten. Da hält ein Radfahrer neben uns:

"Wissen Sie, warum die alle hier rumstehen?"

Der Kollege und ich unisono:

"Nö."

Der Radfahrer wandte sich ab, drehte aber gleich wieder um und sprach uns nochmal an:

"Aber Sie sind doch Taxifahrer hier?"

"Ja, wir sind gerade bei der Arbeit. Fragen Sie doch einen der Herumstehenden." 

"Habe ich doch gemacht. Weiß auch keiner."

Ganz so, als ob ein Taxifahrer wüsste, welcher VIP gerade in welchem Hotel abgestiegen ist. Dafür werden wir nicht bezahlt. Echt nicht.

Montag, 7. April 2014

War es nur ein Traum?

Zu Feierabend ließ ich mich erst mal zwicken, ob dieser Sonntag etwa nur ein Traum war...
Der kurioseste Arbeitstag meiner Laufbahn.

Zuerst - ich muss auch mal was nettes über den von mir so oft geschmähten Ostbahnhof sagen.

Gleich, kurz nach Arbeitsbeginn, schlug ich am selbigen auf, um 2 Minuten später mit einem israelischen Pärchen zum Flughafen Schönefeld durchzustarten.

"Something is wrong with the Bahn."

Keine Ahnung, was wrong with the Bahn war, aber immer wenn something wrong ist with the Bahn, ist der Ostbahnhof eine gute Anlaufstelle für einen Taxifahrer. Also nichts wie zurück.
Und haste nich gesehen, die nächste Tour ging wohin?
Jau, zwei Touren, zweimal SXF.

Ein drittes Mal konnte es nicht gut gehen ("Was kostet es zum Watergate?"). Also gut, machte ich mich rüber nach Mitte, genauer gesagt zu meiner Lieblingshalte am Pariser Platz.

"Please can you bring us to Sans Souci Castle in Potsdam?"

Puuhh.

"Of course, I can."

Wenn man die Watergate-Tour mal außer Acht lässt, mit den drei ersten Touren über 110 € Umsatz,da kann man sich nicht beklagen.

Wer jetzt denkt, ganz schön bescheidener Kilometerschnitt, hat zuerst mal Recht. Aber es kommt noch besser.

"Haben Sie eine Stunde Zeit? Ich sage links oder rechts. Wir machen eine kleine Stadtrundfahrt."

Ein Stadtführer suchte sich meine Taxe aus, um einer vornehmen Lady die Innenstadt-Ost zu zeigen.

Mehrere Stopps auf der Tour (einiges an Wartezeit) und schon sah es wieder etwas besser aus mit dem Kiloneterschnitt.

Aber auch das war noch zu toppen.

Das mit dem Umsatz sah jetzt richtig gut aus und das hat, speziell im April etwas beruhigendes.

"Was kostet es denn zum Brücke Museum?"

Auch eine ganz gute Tour, aber am gestrigen Tag überraschte mich das nicht mehr weiter.
Ein netter älterer Herr, seines Zeichens Schweizer Staatsbürger, Flieger und viel wichtiger in diesem Zusammenhang Künstler. 
Er bereitet sich momentan auf eine zweimonatige Kunstaktion im Mai dieses Jahres in Berlin vor und sieht sich zur Vorbereitung hier um, um die Stadt besser kennenzulernen. Motto der Aktion: 1 Quadratmeter. Im Moment scheint es im Netz aber noch keine Infos dazu zu geben.
Wir hatten eine interessante Unterhaltung und kurz vor dem Ziel fragte er mich nach meiner Telefonnummer, um bei Bedarf wieder mit mir fahren zu können. Das mache ich aber grundsätzlich nicht mehr, da solche Anrufe erfahrungsgemäß immer dann eintrudeln, wenn man sie überhaupt nicht gebrauchen kann. Stattdessen schlug ich ihm vor, vor dem Museum auf ihn zu warten, wenn es nicht allzu lange dauern sollte.
Halbe Stunde maximal meinte er.

"Okay, das kann ich machen."

"Kommen Sie doch mit. Ich bezahle Ihnen den Eintritt."

Kurz musste ich überlegen. Aber nur kurz. Und so kam es, dass ich umsonst eine fachkundige Führung durch das Museum der Brücke-Künstler erhielt, einschließlich der Erläuterung des Unterschieds zwischen den Techniken der Lithografie und des Linolschnitts. Und direkt anschließend wieder Geld verdienen konnte. Nochmal vielen Dank.
Mein Fazit dieses Museums:
Klein, aber lohnt sich für Menschen, die an den Brücke-Künstlern interessiert sind.
Sein nächstes Ziel war dann das Museum Bergruen. Auch nicht schlecht.
Meine letzte Tour zog sich, ging dann aber nach Tegel.


Mein Tourenschnitt an diesem Tag:
21,50 € pro Tour
Mein Kilometerschnitt:
1:1
Der Gesamtumsatz war gar nicht so spektakulär, wie man denken könnte, aber lauter interessante und nette Menschen an Bord. Und ein Traumwetter. Ein Tag wie aus dem Bilderbuch 

Ich finde, solch einen Tag habe ich mir mal verdient.

Dienstag, 1. April 2014

Der Kreuz Bär

Gerne würde ich dieses Foto zum Bilderrätsel machen - alleine mir fehlt die Antwort:
Dieses Foto habe ich letzte Woche in der Kantine des Kreuzberger Rathauses vom 10. Stock aus geschossen. Von dort hat man einen schönen Blick über die Dächer von Kreuzberg und dem Potsdamer Platz. Leider ist immer eine Fensterscheibe dazwischen. Deshalb die Reflexionen. Der Berliner Bär hat das Kreuzberger Stadtwappen von 1956 im Arm, steht auf einem Bein und hat sich offensichtlich seiner Fußfessel entledigt.

Aus dieser Symbolik (in Kreuzberg ist der Bär los) ergaben sich für mich einige Fragen:
Was ist das für ein Gebäude?
Wer hat es entworfen?
Und warum steppt der Bär auf der Kuppel?

Das Gebäude habe ich gefunden. Es steht in den Hinterhöfen hinter dem Finanzamt Kreuzberg neben den Gewerbeflächen der Autoschrauber und der Bär ist von unten nur zu sehen, wenn man weiß wonach man Ausschau hält.

In der Satellitenaufnahme sieht es so aus, als würde das neue Rathaus Kreuzberg mit diesem Gebäudekomplex zusammenhängen. War das das alte Rathaus Kreuzberg?
Fragen über Fragen und so habe ich einige Hebel in Bewegung gesetzt:

Ich habe im Netz recherchiert.

Ich habe befreundete Blogger angeschrieben.

Ich habe einen Ausdruck mit zur Schicht genommen und jedem altgedienten Kollegen gezeigt. Ein sehr Architektur interessierter Kollege meinte was von wegen sieht irgendwie nach Mühlenhaupt aus. Leider habe ich dafür aber keine Belege gefunden.
 
Ich habe vor einer Woche das Kreuzbergmuseum angeschrieben und (noch?) keine Antwort erhalten. (Bürokratenhaufen, zu viel zu tun oder weiß man da auch nichts? Gar keine Rückmeldung empfinde als äusserst unhöflich.)

Es ist, als ob ich der einzige Mensch wäre, dem das jemals aufgefallen ist. Es ist aber von der Kantine des Rathauses aus deutlich zu sehen. Auch ohne Teleobjektiv.

Nun versuche ich es auf diesem Weg. Schwarmintelligenz soll ja weiterhelfen. Ich warte.

Nein, nein, nein. Es ist kein Aprilscherz.
 


Montag, 31. März 2014

Halbmarathon (2)

Am Sonntag war mal wieder eine dieser Laufveranstaltungen, die wir Taxifahrer so lieben. Ja, im Ernst. Viele Kollegen drücken sich um diese Gehirnakrobatik. Wie komme ich denn dorthin, wo mein Fahrgast begehrt hinzukommen? Manche Sachen gehen halt einfach nicht, andere sind nur über Umfahren der normalen Strecken hinzubekommen. Ein bisschen Vorbereitung (Streckenplan im Kopf oder als Ausdruck im Auto) muss schon sein. Und irgendwo ist immer ein Schlupfloch. Und der Halbmarathon dauert ja auch nur halb so lang.

Etwa 3 Stunden nach dem Start des Laufes wähnte ich mich, auch dadurch, dass die Straße des 17. Juni nicht mehr abgesperrt war, auf der sicheren Seite, als ich eine ältere Dame zum Westberliner Zoo bringen sollte. Ich fuhr auf Sicht und Gefühl.
ABER:
Der Grund, warum der Lumpensammler 3 Stunden nach dem Start noch bei Kilometer 5 rumgurkte, waren 3 junge Frauen, die im "Läufer"dress einen gemütlichen Spaziergang auf der Strecke veranstalteten. Warum wurden die eigentlich nicht aus dem "Rennen" genommen?

Aber ich muss schon sagen, an diesem Sonntag hat es mächtig geklingelt in der Kasse.

Halbmarathon (1)

Was ist das bloß mit diesem Ostbahnhof?
Kollegenschweine, bescheuerte Fahrgäste, alles tummelt sich dort.
Nicht einmal die Polizei hält sich an gewisse Regeln und parkte die Halte zu, obwohl die Rücken völlig leer waren.
Wie man links im Bild durch das gerade wegfahrenden Taxi erkennt, war nur vorn der erste Platz an der Halte noch frei, um Fahrgäste aufzunehmen.
Also habe ich zuerst mal auf der 1. Rücke Platz genommen. Der erste Kollege fuhr weg und ich konnte dorthin vorrücken. Ein weiterer Kollege kam von hinten und lichthupte mir zu. Ich signalisierte, dass ich rüberrutschen werde, aber als ich dann ankam, stand eben dieser Kollege schon dort. Meine Aufforderung, diesen Platz wieder zu räumen, ignorierte er mit aggressivem Verhalten, so dass mir jetzt nichts anderes übrig bleibt als ihm eine Meldung zu schreiben. Vielleicht hilft das ja gegen solche Kollegenschweine. Oder muss man sich am Ostbahnhof etwa alles gefallen lassen? An jeder anderen Taxihalte Berlins würde man so jemanden mit Schimpf und Schande davon jagen.


Montag, 24. März 2014

Freiwilliger Sonntagszuschlag

"So, dann sind wir bei 6,60 € gelandet."

Er zieht einen Zehner aus dem Geldbeutel. UND einen Fünfer hinterher. Ich dachte, vielleicht sucht er noch nach ein paar Münzen, um es passender zu bezahlen.
Nein:

"Stimmt so. Sonst wäre es ja kein Sonntag für Sie."

Ich wusste gar nicht, dass in HH so katholisch gedacht wird. Wie auch immer, herzlichen Dank.
Prozentual gesehen (127%) dürfte dieses Trinkgeld wohl in die Top-Five gehören.

Schon am ganz frühen Morgen die erste Tour war sehr trinkgeldfeundlich.
Vier Nachtschwärmer hatten Sehnsucht nach ihrem Bettchen. Für mich war es die erste Tour des Tages und wenn sich die Gelegenheit ergibt, bin ich um diese Uhrzeit gerne bereit mich wachzuquatschen. Wurde also eine unterhaltsame Fahrt. Nach Gesundbrunnen sollte es gehen. 15,20 € standen zum Schluss auf der Uhr.

"Okay, jeder einen Fünfer."

lautete die Ansage des neben mir sitzenden Fahrgastes.

Gesagt, getan. Und der jüngste legte nochmal 3 Euro extra drauf:

"Für die nette Unterhaltung."

Der ganze Tag verlief so. Der Umsatz war nicht so toll, aber durch insgesamt 42 Euro Trinkgeld wurde das wieder ausgeglichen. 

Sonntag, 23. März 2014

Staugefahr

Ja, liebe Firma Smartphone-Hersteller, ich habe das Galaxy S4 gekauft. Aber findet ihr das nicht etwas übertrieben? Und auch noch mit 'nem Zaun drumrum.
(Gesehen in der Breite Straße in Mitte.)

Obacht Kollegen, das wird wieder stauig.

Donnerstag, 20. März 2014

Ja was denn nun?

Manchmal muss man ja so was von höllisch aufpassen.

Es kam ein Mann, mittleren Alters aus dem Hotel, stieg bei mir ein und hielt mir einen aus dem Internet ausgedruckten Stadtplanausschnitt unter die Nase. Darauf waren der Hardenbergplatz und der Bhf Zoo zu sehen. Und ein Punkt, bezeichnet mit Meetingpoint. Der war ungefähr auf Höhe des Schnellfress Restaurants gegenüber des Bahnhofs.

Okay, das ist ein von Touristen oft gewähltes Fahrziel, dort treffen sich ab und an Stadtführungsgruppen.


Aber mein Fahrgast redete auch mit mir:

"In front of ATM Coffee"

Ich bin ein Mensch mit mehr visueller Wahrnehmung. Also ab in Richtung Westen zum Bahnhof Zoo.


Mooment mal, ATM Coffee am Zoo?

"Please show me the map again."

Rechts ran gefahren und den Ausdruck noch mal genau angeschaut. Und dabei habe ich dann den Text über dem Plan gesehen:

"S-Bahn Station Hackescher Markt. Exit Am Zwirngraben. Meetingpoint in front of ATM Coffee."

Ja was denn nun?
Hackescher Markt wie im Text oder Bhf Zoo wie auf dem Plan? Das sind zwei genau entgegengesetzte Richtungen.

Auf meine Nachfrage zeigte er auf den Text und ich vollzog die 360° Wendung. Allzu weit waren wir noch nicht gekommen.

Da der Zwirngraben aber eine Fußgängerzone ist, musste ich ihn dort in der Nähe irgendwo rauslassen und ich werde nie erfahren, ob das jetzt richtig war und wieso im Text etwas anderes stand, als auf dem Plan abgebildet war.

Aber in diesem Fall kann ich damit leben. Obwohl ich schon neugierig bin, wer so einen Schwachsinn verbreitet.

Dienstag, 18. März 2014

Auch Kundschaft kann einen an der Waffel haben

Wenn ich diese Geschichte von einem anderen als meinem Lieblingskollegen gehört hätte, würde ich sie in das Reich der Fantasie verweisen. Aber dieser Kollege ist für mich absolut vertrauenswürdig und seiner Stimme war die Erregung noch deutlich anzumerken.

Er stand vor dem Adlon, drei Franzosen stiegen ein und begehrten zur Französischen Botschaft gebracht zu werden. Sein Hinweis, dass die doch genau gegenüber liege (keine 100 Meter), ließen sie nicht gelten und bestanden darauf gefahren zu werden. Der Kollege spricht sehr gut Französisch, ein Verständigungsproblem ist hiermit ausgeschlossen. Das Wetter war sonnig, 15°C und ein gehbehinderter Mensch war auch nicht dabei. 3,60€ bitte... Das angebotetene Trinkgeld ignorierte er. Als Kreuzberger hat man hat ja auch seinen Stolz.
Was bleibt, ist die Frage, wie kamen sie zurück in ihr Hotel? Ein Taxi bestellen?
Oder war das gar etwas mit versteckter Kamera? Ein Taxitest der besonderen Art?

An diesem Tag betrug sein Umsatz bei 17 gefahrenen Touren 127€.


Größere Kartenansicht

A= Adlon
B= Botschaft 

Nachtrag 19.3. 
Über Nacht hat Google an meiner eingebetteten Karte rumgepfuscht.
 

Montag, 17. März 2014

Steile These

"Wissen Sie, ich gebe mal eine Prognose ab. Der Uli Hoeneß sitzt nicht seine gesamte Strafe im Gefängnis ab."

"Na garantiert nicht. Frühzeitiges Freigängertum ist doch schon vorprogrammiert."

"Nee, wenn der wirklich so zockersüchtig ist, kommt der in Nullkommanichts in die Psychiatrie."

Diese steile These stammt von einem Steueranwalt, den ich zu einem Kongress fuhr, auf dem er einen Vortrag halten sollte.


Auflösung Bilderrätsel (26)


das war der gesuchte Superlativ im letzten Rätsel.


Aber die Geschichte von Anfang an:

Vorletzten Sonntag hatte ich eine Fahrt von Berlin-Mitte nach Potsdam. Nachdem ich die Fahrgäste am Schloss Sans Souci abgeliefert hatte, habe ich mich auf dem Rückweg verfranst. Ich muss mich da ja auch nicht auskennen!

So habe ich mich mittels Navi querfeldein durch Potsdam-Babelsberg lotsen lassen und kam durch eine fast absurd anmutende Gegend.


 Klein-Glienicke heißt dieser Stadtteil von Potsdam. Über eine schmale Brücke mit Ampelregelung kommt man dann zurück nach (beinahe hätte ich geschrieben West-Berlin) Berlin-Wannsee.

Beim Recherchieren, wo ich denn da gelandet war, stieß ich auf den oben genannten Begriff. Also nichts wie hin zu einem meiner Ausflüge. Natürlich mit der "guten" Kamera im Gepäck. Und nun, ihr ahnt es schon...

Auch mit ein paar Bildern der Loggia Alexandra, der Schweizer Häuser in Klein-Glienicke, der Glienicker Brücke und des Parks Glienicke mit seinem Schloss.

Und noch eine Bemerkung zu den Volltreffern in den Kommentaren:
Cool, Aro und mime. Berliner Taxifahrer sind eben Spitze.

Zu Anonym mit dem Tor:
Ein Tor gab es in Hakenfelde. Ob es das Einzige war, entzieht sich meiner Kenntnis.

Donnerstag, 13. März 2014

Bilderrätsel (26)

Es ist mal wieder an der Zeit...
Mit welchem Superlativ verbindet/verband man diese Straßenkreuzung?
Da kommt sowieso kein Mensch von alleine drauf, deshalb hier eine Hilfestellung:

Das war die ......... Stelle ... ...

Wie immer werde ich die eingegangenen Kommentare erst später veröffentlichen. Am Montag, den 17. März ist Auflösung. Leider kann man bei Blogger die Kommentarfunktion nur komplett ein oder ausschalten, so dass es u.U zu Verzögerungen bei Kommentaren zu anderen Posts kommen kann.

Auflösung hier.

Mittwoch, 12. März 2014

Onkel Tom

Papageiensiedlung, Jägerviertel, Waldsiedlung oder Onkel Toms Hütte, das sind die Namen, unter denen man dieses Viertel in Berlin-Zehlendorf kennt. Oder aber auch nicht kennt.
Draufgekommen, dort mal einen meiner Ausflüge hinzulenken, bin ich durch eine Fahrt mit einem Kunden im Sommer letzten Jahres. Der Straßenname Hochsitzweg sagte mir nichts, aber der Fahrgast wusste wie er zu seinem Ziel kommt. ("Da wohnen in erster Linie Studienräte a.D.") Dort angekommen, staunte ich nicht schlecht über die farbigen Häuser und die engen Straßen. Das konnte doch nur von Bruno Taut sein. Der baute in Berlin unter anderem noch eine so bunte Siedlung:
Die Gartenstadt Falkenberg.

Vor ein paar Tagen habe ich es endlich geschafft, privat dort vorbei zu schauen. Es ist lustig da.

In diesem speziellen Teil der Onkel-Tom-Siedlung heißen die Straßen:
Am Wieselbau
Am Fuchspaß
Treibjagdweg
Hochwildpfad
Am Lappjagen

u.s.w.

Und aussehen tut es da folgendermaßen:






Weiterführende Links:
(pdf Download startet automatisch)

Anwohnerinitiative Papageiensiedlung

Dienstag, 11. März 2014

Herr Professor Taxifahrer

Eine meiner Lieblingsfragen:

"Ist es möglich, wir fahren kurz am Hotel XYZ vorbei, ich hole meine Koffer und dann geht es weiter zum Flughafen."

"Na klar doch, bin heute mal nicht so."

Diese Frage stellte mir der dunkelhäutige Mann um die 50. Es sollte eine unterhaltsame Fahrt werden. Zuerst dachte ich ob seines internationalen Aussehens an einen Gast oder Aussteller der ITB, die ja gerade bei Berlins Taxifahrern für ein Umsatzplus sorgte. Aber nein. Er war zu einer Konferenz der Humboldt Universität in Berlin. Auf der Fahrt zum Flughafen erklärte ich ihm einige Sehenswürdigkeiten links und rechts der Strecke und er war sichtlich angetan von der Vielschichtigkeit der Stadt und meinte, für seinen nächsten Besuch müsse er sich viel mehr Zeit lassen.
Interessant für mich auch sein Vergleich zu New York, als ich das Thema Gentrification ansprach. Das Gleiche hätte in Brooklyn vor kurzem stattgefunden.

Irgendwann drehte ich den Spieß um und fragte IHN aus. Woher er denn komme und welches Fachgebiet er vertrete. Woher war einfach. Er war gebürtiger Inder und seit Jahren in Amerika zu Hause.
Schwieriger dann in der in englisch geführten Konversation sein Spezialgebiet:

"Professor." 

Äh und Professor für was? Dann begann mein Mißverständnis. Verstanden habe ich was mit Information. Hm, Information + Inder = Informatik?

"Was mit IT? Dann haben sie viel mit Mathematik zu tun?"

fragte ich nach.

"Ohne T."

antwortete er.

"Im Grunde so etwas ähnlich was Sie auch tun. Information, Logistik, Transport, Kommunikation und Wissen."

und noch zwei, drei Substantive, auf die ich bei der Berufsbeschreibung des Taxifahrers bis jetzt noch nicht gekommen bin.

Aber recht hat er.
Jetzt brauche ich nur noch eine Uni, die mir eine Professur anbietet und die Rente ist gerettet. Denn vom Trinkgeld indischer Amerika-Professoren kann man nicht leben.

Im Nachhinein tippe ich mal auf Informationswissenschaften. Aber auch nach intensivem Studium des Wiki-Artikels erschließt sich mir nicht ganz, was die wirklich machen.
Oder hat jemand noch einen Tipp, worin man mit den genannten Eigenschaften eine Professur erhalten kann?

Pariser PLATZ

Sonntag in Berlin auf dem Pariser майдан:


Nun muss ich zugeben von Kenntnissen über die regionalen Eigenheiten der ehemaligen Sowjetrepubliken völlig unbeleckt zu sein.

Ich kann mir meine eigene Meinung über das, was momentan in der Ukraine und der Krim passiert nur über Zusammengelesenes bilden. Und da stören mich die amerikanischen und europäischen Drohgebärden gegen die angeblich so imperialistische russische Politik doch sehr. Das ist mir alles zu einseitig. Wie war das gleich noch mal, als die Amerikaner im Irak einmarschiert sind?

Aber es gibt auch differenziertere Stellungnahmen von Politikern und Journalisten:

Noch mal Tagesschau.de

und einige weitere. 
LESEN!

Auf jeden Fall war nach der Demo der Pariser Platz von Taxen leergefegt. Keine Ahnung wieso. Haben die Demonstranten alle eine Taxe zur Heimfahrt benutzt?

Dienstag, 4. März 2014

Neu hier

Neu hier, wa?
Siehst genauso besch...eiden aus, wie so manch anderes Neues in Berlin. Und diesmal sogar in Zehlendorf, wo es selten was Neues gibt.

Montag, 3. März 2014

Eine ganze Truppe von Taxikollegen stand gelangweilt vor dem Hotel. Es war früh am Morgen und Berlin schlief noch. Wir kannten uns alle und haben getratscht, wie man das halt so tut, wenn einem langweilig ist.

Da näherte sich eine Dame mit großem Koffer und steuerte die Halte an. Ich war vorne und sah schon von weitem einen "Tegel" Aufkleber an ihrem Koffer. Okay, nicht schlecht. Ich lud ihren Koffer ein und fragte wie immer:

"Was kann ich für Sie tun?"

Aber nichts mit Airport, please. Umständlich kramte sie in ihrer Handtasche, fand aber nicht, wonach sie suchte.

Mit grausamem amerikanischen Slang versuchte sie eine Adresse auszusprechen, was sich ungefähr so anhörte:

"Hämburg University  ***knödel***...house. Tegelstraße 13"

Das Geknödele vor House interpretierte ich als guest, aber wir sind hier nicht in Hämburg, sondern in Berlin. Oder sollte jetzt doch eine Hamburger Uni...? Tegelstraße kenne ich nicht, höchstens die Tegeler Straße und die Kollegen hatten noch größere Fragezeichen in den Gesichtern als ich und wendeten sich ab. Soll er doch selber klar kommen. So sind sie halt, die lieben Kollegen.

Okay, was mache ich jetzt mit der völlig orts- und anscheinend auch weltfremden Person?
Ich habe ihr dann auf dem Navi die Straßennamen gezeigt, die irgendwie mit Tegel oder ähnlichem zu tun haben. Kein Treffer dabei. Puuhh. Was nun?

Das Smartphone musste ran. Bei Google dann nach ihrer Vorgabe Buchstabe für Buchstabe eingegeben und so einfach kann die Welt sein.
Aus Hämburg wurde Humboldt, aus Tegelstraße Ziegelstraße. 1,2 Kilometer entfernt.

Als ich wieder zur Halte zurückkam, meinte einer der Kollegen (ohne Englischkenntnisse und Smartphone)  kopfschüttelnd, bei ihm müsse der Fahrgast immer eine vollständige Adresse angeben, sonst würde er erst gar nicht losfahren:

"Klaus, Du bist einfach zu gut für diese Welt."

Ich habe es schon immer geahnt.

Aber schon erstaunlich, dass sie es bis auf 1 Kilometer an ihr Ziel geschafft hatte.

Taxifahrer kämpfen...

"Image-Korrektur Taxifahrer kämpfen mit den Zumutungen des Großstadtverkehrs und mit ihrem schlechten Ruf. Was man vor dem Einsteigen sonst noch alles wissen sollte, verrät unser Lexikon"
Netter Artikel zum Thema Taxifahren der Zeitung "Freitag". Man sollte viel öfter da lesen.

Freitag, 28. Februar 2014

E-Klasse, mal wieder

Ich dockte als Vierter am Ostbahnhof an. Blieb aber auf der Rücke und überlegte: Gleich abhauen oder vorher noch eine rauchen? Ist mir zu voll hier. Ich entschied mich für die ungesunde Variante und stellte mich neben meine Kiste. Gerade hatte ich den Glimmstengel angezündet, kamen zwei jungsche Typen aus dem Bahnhof, schauten sich um und kamen zu mir auf die andere Straßenseite.

"Hey, biste frei?"

"Ja, die anderen da drüben aber auch. Die wären eigentlich vor mir dran."

"Wir wollen aber mit einer E-Klasse fahren."

"Na da drüben steht doch eine."

"Du hast aber die schönere."

"Ey, Jungs..."

"Wir wollen aber mit Dir fahren."

Okay, das ist ihr gutes Recht. Darauf können sie bestehen. Ich versuche es in den meisten Fällen kurz mit einer Diskussion, weil ich es einfach ein bisschen ungerecht finde. aber wenn jemand darauf besteht, was will man machen.
Richtung Karlshorst sollte es gehen.

Nur dumm, dass derjenige, der sich bei der E-Klassen Diskussion ganz besonders ereifert hatte, gleich nach 1 Kilometer an der Kreuzung zur Warschauer Straße wieder ausstieg. Er hatte nicht viel von der "schönen" E-Klasse.

Über Touris lästern (3)

Deutsches Paar aus dem Ruhrgebiet. So Mitte bis Ende Vierzig.

"Warum heißt diese Straße eigentlich Straße des 17. Juni?"

"Das heißt sie seit 1953. Wegen des Volksaufstands am 17. Juni 1953 in der DDR. Der wurde von der Volkspolizei und sowjetischen Panzern blutig niedergeschlagen. Der 17. Juni war ja auch jahrelang Nationalfeiertag in der Bundesrepublik."


"Ich habe noch nie von einem Feiertag am 17. Juni gehört? Ist das jetzt Ost oder West?"

(Anmerkung für jüngere Menschen:
Die Nationalfeiertage waren in der BRD von 1954 bis 1990 (wg. dieses Volksaufstandes) der 17. Juni und in der DDR der 7. Oktober (Staatsgründung).

Donnerstag, 27. Februar 2014

Über Touris lästern (2)

"T'schuldigung, können Sie uns sagen wie wir zu Madame Tussee kommen?"

"Sie meinen Madame Taussaud?"

"Von mir aus auch das."

"Da gehen Sie gleich hier rechts in die Friedrichstraße und dann links Unter den Linden. Dann kommt es auf der rechten Seite."

"Da müssen wir irgendwo UNTEN durch?"



Die letzten die für schlappe 500 Mill. unter Unter den Linden hindurch wollten, waren ausgerechnet  die geistigen Tiefflieger des ADACs.

Aber Spaß beiseite, es gab mal einen Straßenbahntunnel unter Unter den Linden.

Der Künstler Ben Wagin hat den nach der Wende bis 1999 noch als Ausstellungsraum genutzt.
Und ein Teil dieses Tunnels diente als Lagerraum für die Staatsoper.

Mittwoch, 26. Februar 2014

Über Touris lästern (1)


"Dees isch abber scho luschdig bei eich dohanne, mit dem icke ond dem wa." 

Man zeigt nicht mit dem Finger auf andere, alter Schwabe.
Die 7 Schwaben am Hohenzollerndamm in Berlin-Wilmersdorf.


Dienstag, 25. Februar 2014

Ärgernis des Monats

Ich stand also wieder mal am Sonntag Morgen am Grand Hotel an. Am Samstag hatte das ja so wunderbar geklappt. Ich hatte als Fünfter angedockt unter dem Motto: Schaun wir mal.

Nach einer Minute ging die Taxirufleuchte vom Hotel an, der Erste war weg. Dann kamen wohl aus dem nahe gelegenen Club zwei Übriggebliebene, denen man das auch deutlich ansah und wollten einsteigen. Noch bevor sie den Türgriff in der Hand hatten, gab der Fahrer Vollgas - wohl keine Lust auf Nachtschwärmer. Dann verteilten sich die beiden auch noch auf zwei Taxen und gleichzeitig ging wieder die Lampe an. Ganze 5 Minuten hatte das alles gedauert und ich war auf dem Weg zum Flughafen.

Also, warum es am nächsten Tag nicht nochmal versuchen?

Diesmal aber zog es sich endlos. Und anstatt abzuhauhen, wie ich das in solchen Fällen durchaus mal mache, stand ich ein und eine halbe Stunde bis ich ganz vorne war. Und dann dauerte es tatsächlich noch eine weitere halbe Stunde, bis sich am Hotel was tat. Ich sah zwei Menschen mit Koffern aus dem Hotel kommen, die in Richtung Taxihalte winkten. Endlich. Ich fuhr rüber, aber inzwischen waren aus den zwei Personen fünf geworden. Die winkende Dame erklärte mir nun in empörtem Tonfall, sie hätte doch nicht mir, sondern dem hinter mir stehenden Bustaxi gewunken.

Mir fiel auf soviel Dummheit nichts mehr ein, ausser dass ich das auch sagte:

"Da fällt mir doch gar nichts mehr ein."

Die Entfernung beträgt ungefähr 30 Meter vom Hotel zur Halte, da kann sich auch als Tourist mal einer auf Weg machen und Bescheid sagen. Oder im Hotel darum bitten, die übernehmen das gerne.

Aber 30 Meter waren für mich und meine Fähigkeit des Gedankenlesens eindeutig zuviel.


Da ich dort aber nicht, wie so manch anderer Kollege das tut, einfach stehen bleiben wollte bis wieder was passiert, und auch keine Lust hatte, bei den Kollegen darum zu betteln, mich wieder vorne anstellen zu dürfen, hatte ich nun zwei Stunden in den Sand gesetzt. Und das zu einer für das Schichtergebnis relevanten Zeit.



Aber jetzt habe ich auch keine Hemmungen mehr, diese Touri-Lästereien vom Stapel zu lassen, die ich mir bis jetzt (fast) immer verkniffen habe. Die kommen die Tage.

Sonntag, 23. Februar 2014

9 Jahre

Gerade eben bei der Abrechnung festgestellt:

Genau am letzten Sonntag im Februar 2005 war mein erster Arbeitstag als Taxifahrer. Umsatz damals 89 Euro.

Und kurioserweise zeigt mir Excel heute den 1111. Arbeitstag an. Schont eure Taschenrechner, ich weiß, ich bin kein fleißiger Mensch.

Arbeiten ist zum Leben da und nicht umgekehrt.

Aber warum ich ausgerechnet heute nicht mal annähernd an meinen Durchschnittsumsatz (nein, den verrate ich nicht) rangekommen bin, das hat seine Gründe. Ärgerliche Gründe. Dazu nächste Woche mehr.

Freitag, 21. Februar 2014

Ab in den Knast

Taxifahrer betrügt Kundschaft. Okay, 3 Jahre in den Knast.

Gerechtfertigt? Das möchte ich nicht kommentieren.

Aber was kriegt eigentlich so ein Steuerbetrüger?

Donnerstag, 20. Februar 2014

Fritz Kühn

Zuerst mal diese Nachricht in der Abendschau:


Wir waren einen Tag später dort und haben ein paar Fotos gemacht und ein kurzes Gespräch mit der Enkelin von Fritz Kühn geführt. Von diesem Fritz Kühn stammt unter anderem die Gestaltung des Brunnens am Strausberger Platz, aber auch weitere Werke, die Bundes- und Weltweit ausgestellt sind. Lest aufmerksam in den Links über sein Schaffen. Einen historischen und "gegenwärtlichen" Bericht über die Hintergründe überlasse ich aber der gelernten Historikerin (aber seit ca. 12 Jahren in einem Beruf tätig, von dem sie leben kann [Anm. M.]) hier im Haus.
Leser dieses Blogs kennen sie als M., heißt eigentlich Monika und ist mit mir verheiratet.
Los geht's:

Fritz Kühn - einer der bedeutendsten deutschen Metallbildhauer - lebte bis zu seinem Tod  1967 in Berlin-Grünau (ehemals Ostberlin). Seine Werke finden sich nicht nur auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, sondern auch in einigen westdeutschen Städten. 1969 würdigte ihn der Louvre in Paris mit einer Gedenkausstellung. Die DDR erklärte sein Werk zum nationalen Kulturgut und dies blieb auch nach der Vereinigung 1990 so.  (http://fritz-kuehn-gesellschaft.de  und bei Wikipedia. Ein Ende der 80er Jahre konzipiertes  Museum wurde allerdings 1991 durch den Berliner Kultursenator zurückgestellt.

Kühn hatte sich bereits 1937 auf einem ehemaligen Gutshof in Grünau, der 1911 in das Eigentum der heutigen Berliner Bau- und Wohnungsbaugenossenschaft von 1892 e.G. überging, eingemietet. 1958 kaufte er das gesamte Grundstück. Als die Wohnungsbaugenossenschaft nach der Wende Restitutionsansprüche anmeldete, musste Fritz Kühns Sohn Achim nach einem Gerichtsurteil, das Fritz Kühn auf Grund seiner Staatsnähe zu DDR-Zeiten einen unrechtmäßigen Erwerb unterstellte, das Grundstück noch einmal zum damaligen Verkehrswert kaufen. Schaut man sich Fritz Kühns Wirken in der DDR an, wird man wohl schnell erkennen, dass er sicher nicht zu den staatstragenden Künstlern gehörte, sondern durchaus auch "aus der Reihe tanzte". Also eine etwas seltsam anmutende Begründung. Aber das ist sozusagen "Schnee von gestern" und soll hier nicht näher bewertet werden ...

Spannend wird es hinsichtlich des Grundstückteils ohne Gebäude, den Skulpturengarten. Die finanziellen Mittel der Familie reichten damals nicht zum Kauf, jedoch konnte sie ihn von der Genossenschaft pachten.

Aber die entdeckte auch, dass man Grundstücke in Berlin inzwischen profitabler verwerten kann. Die Pläne der Fritz-Kühn-Gesellschaft, dort ein Museum einzurichten scheiterten am 17. Februar 2014 endgültig. Der Verein hatte 300.000 EUR bereits durch Zuwendungen gesichert, jedoch betrug der von der Wohnungsbaugenossenschaft geforderte Preis 790.000 EUR. 
Viele Berliner und Bundespolitiker überschlugen sich mit Fritz Kühn würdigenden Worten, nur wirklich voranbringende Taten fehlten leider ... Von der Zwangsräumung bedroht, fand sich nicht mal ein Plätzchen zur Zwischenlagerung der Skulpturen in Berlin

Es gibt nun Verhandlungen mit einer Institution über eine Zwischenlagerung der Skulpturen ausserhalb Berlins. Ein Teil der Kunstwerke steht momentan noch auf dem Gelände der Werkstatt. 

Übrigens hat der ehemalige Kulturstaatssekretär André Schmitz auch Versprechungen gemacht, (pdf. Startet automatischen Download) die allerdings nicht erfüllt wurden, was eher nicht an seinem Rücktritt vor ein paar Tagen lag. Die gestrige Meldung, dass Herr Schmitz vom Rücktritt zurücktritt und noch doch eine Menge Geld vom Senat sehen will, lässt uns allerdings hoffen, dass bald noch mal einige Euros zum Fonds der Fritz-Kühn-Gesellschaft für ein Museum hinzukommen. Schmitz ließ verlauten, er würde das Übergangs-/Ruhestandsgeld spenden. Wird er nun doch noch sein Versprechen erfüllen können ... :-) ?


Und nun ich wieder mit ein paar Bildern der übriggebliebenen  Skulpturen:
(Das ganze Heckmeck ist für mich ein einzigartiges Armutszeugnis für die Berliner Kulturlandschaft und den Senat.)





Um dieses Grundstück ging es bei der Zwangsräumung

Kosmische Kreise von Fritz Kühn




Außerdem möchte ich noch auf den Sohn Achim von Fritz Kühn hinweisen, der heute die Werkstatt und die Schmiede zusammen mit seinem Sohn weiterbetreibt. Und auch seine Tochter ist beteiligt und künstlerisch aktiv.  

Dort sind die Aufnahmen von den Skulpturen der Metallkünstlerfamilie mit freundlicher Genehmigung der Familie Kühn entstanden.

Weitere Bilder, auch von der näheren Umgebung (am Rande der Taut'schen Gartenstadt) wie immer im Online-Album.

Montag, 17. Februar 2014

Konkurrenz schläft nicht

Mal was von der Konkurrenz im öffentlichen Nahverkehr:

Der VBB hat das Tracking aller seiner Fahrzeuge (angeblich in Echtzeit)  ins Netz gestellt.
Schönes Spielzeug.

Zoomt euch mal auf den Bhf Alexanderplatz und macht bei (fast) allen Fahrten ein Häkchen.
Ich könnte da stundenlang zugucken.
Vor allem, wenn der Bus 100 durch die Marienkirche fährt und dort beinahe mit der M5 kollidiert. Trotzdem aber eine nette Idee.

Kleiner Tipp: Wenn der Hintergrund nicht sofort angezeigt wird, kurz raus- oder reinzoomen.

Nachtrag 16:45 Uhr:

Nee, ist doch nicht Live. Heißt nur so. Die Standortdaten sind nach Fahrplan berechnet. Also kein Tracking.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/verkehr/neue-livekarte-des-vbb-im-internet-gleich-kommt-der-bus-um-die-ecke/9492774.html

Sonntag, 16. Februar 2014

Zimmer frei

Zimmer frei in der Lehrter Straße:
Leider nur für Helden.

Freitag, 14. Februar 2014

Das Alliierten Museum

Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob das nicht etwas zuuu zynisch rüberkommt.
Gefunden hier:

Aber natürlich war das nicht der jetzige Flughafen Otto Lilienthal. Der wurde erst in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts gebaut.

Ganz interessant dieses Museum (Eintritt frei), obwohl man natürlich die Eckdaten schon kennt. Und auch der Name ist nicht ganz korrekt. Es geht größtenteils nur um die Westalliierten.
Btw, weiß jemand, ob und wenn ja wo, es Originalaufnahmen mit dem "Alten Ami" Rik De Lisle aus RIAS Zeiten im Netz gibt?

Dienstag, 11. Februar 2014

Winterschlaf beendet

So, Winterschlaf beendet.
Am WE war ich wieder auf der Straße. In den letzten beiden Wochen hatte sich mein Schlafrhythmus wieder einer gewissen Normalität angepasst, so dass ich mich mächtig schwer tat mit dem selbst gewählten Arbeitsbeginn um 6 Uhr morgens. Und auch mit dem üblichen Ablauf. Keine Lust auf Partyvolk und betrunkene Nachtschwärmer. Also was tun? Irgendwohin, wo man in Ruhe den Arbeitsbeginn einläuten kann:

Für die frühen Morgenstunden entschied ich mich für den Pariser Platz. Wenn dort was passiert, sind es Fahrten vom Hotel zum Flughafen. Das werde ich wohl hinkriegen und ich finde dort bestimmt auch jemand zum Wachquatschen. So kam es auch. Ich stand also neben dem Taxi und redete mit dem Kollegen H. darüber, was ich in den letzten beiden Wochen so verpasst hatte (ausser der Fruit Logistica nicht so viel), als ein junger Mann so Ende Zwanzig, Anfang Dreißig mit schwarzer Hautfarbe sich zu uns gesellte. Zuerst erzählte er uns in einem oberlausigen Englisch über sein Geburtsland, ein kleines Land in Afrika und eine ehemalige französische Kolonie, weshalb er jetzt in Frankreich lebe. Und ja, der Anlass seines Besuches in Berlin sei die Berlinale. Ehrlich gesagt haben wir beide nicht viel verstanden. Er war auch etwas angetrunken und sein Englisch war einfach sehr schlecht. Und mein Französisch ist ja inzwischen auch gleich Null. Trotzdem ist man ja höflich und tut zumindest so, als würde man zuhören. Und er war auch ein sympathischer Kerl. Das alles dauerte mindestens 10 anstrengende Minuten.

Aber plötzlich wollte er auch Taxe fahren. Das Berghain war sein Ziel. Obwohl ich zwar nur an zweiter Position stand, wollte er unbedingt mit mir fahren. Ein Blick zum Kollegen. Der schien eher froh zu sein.

Und bei einer ATM sollten wir noch anhalten. Ich hatte eine im Visier, die direkt an der Strecke lag. Aber leider gibt es die nicht mehr. "Geschlossen wegen Vandalismus" stand da. Die nächste, die mir in den Sinn kam, bedeutete einen kleinen Umweg, aber was soll's.
Geld abheben klappte und als wir dann am Berghain einliefen, zeigte der Taxameter bedingt durch den kleinen Umweg und die Wartezeiten 16,20.

Ob es für mich okay wäre, wenn er 25 bezahlen würde und ich noch eine mit ihm rauchen würde? Na klar, rauchen (blöde Angewohnheit) wir halt noch eine. So standen wir neben dem Auto und ich versuchte von Neuem, aus seinem Kauderwelsch einen Inhalt herauszuhören.

Aber dann geschah etwas Unerwartetes:
Drei junge Männer kamen aus dem Club und er quatschte sie in fließendem Französisch an. Die hatten sich noch nicht als Franzosen zu erkennen gegeben und ich staunte nicht schlecht, als die ihm in fließendem Französisch antworteten. Meine Nachfrage, ob sie sich kennen würden, wurde verneint. Es waren auch keine Franzosen, sondern Belgier. Erkennen sich französisch sprechende Menschen an der Nasenspitze?

So standen wir inzwischen zu Fünft vor dem Berghain, behinderten etwas den Verkehr und als sie sich in Französisch unterhielten, musste mein Fahrgast etwas gesagt haben, das die Belgier in größte Freude versetzte und sie fingen an zu lachen, sich abzuklatschen. Ich stand etwas ungläubig staunend daneben, aber gleichzeitig war ich auch erleichtert, dass ich meinen Fahrgast offensichtlich in gute Hände gegeben hatte.

Und gleichzeitig wurde mir bewusst, was mir in den letzten zwei Wochen gefehlt hatte.

Mittwoch, 5. Februar 2014

Große Versuchung

Zuerst möchte ich kurz die Aufmerksamkeit auf diesen Artikel von Peter Neumann in der Berliner Zeitung (Nein, die hat mit der Springer-BZ nichts zu tun.) lenken:

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/vip--taxis-in-berlin-saubere-taxis---fuer-besondere-kunden,10809148,26088378.html

Was will mir „VIP Quality Taxi Service“ damit sagen?


Dass man ein VIP sein muss, um in einem sauberen Taxi transportiert zu werden?

Dass kurze Fahrten auch Mist machen? Und dass es Mist ist, solche abzulehnen?

Dass man als Taxifahrer einen extra Kurs besuchen muss, um zu wissen, wann man die Klappe zu halten hat und wann der Kunde das Bedürfnis hat zu quatschen?

Dass man sich nicht eines Fahrstils bedient, bei dem der Fahrgast sich in jeder Kurve eine Beule am Kopf holt und bei jeder roten Ampel mal kräftig abnicken muss?

Leute, das gehört in die Grundausbildung und nicht in ein Premiumangebot!

Das sieht auch der Autor Peter Neumann in seinem Kommentar so:

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/premium-taxis--kommentar-selbstverstaendlichkeiten-als-premium-angebot,10809148,26088782.html

Ich stimme ihm in diesen Punkten völlig zu.

Aber trotzdem kann ich das Angebot von Peter Neumann, am Freitag mit ihm eine Stunde lang (mit Uhr, versteht sich) durch Berlin zu fahren, leider nicht annehmen.

Genau dieser Peter Neumann hatte mich nämlich am Dienstag angeschrieben und mir angeboten, ihn eine Stunde lang durch Berlin zu fahren, um etwas mehr über mich und die Branche zu erfahren, (nennt man, glaube ich, Interview) um anschließend in der Rubrik "Meine Woche" der Berliner Zeitung (leider nicht verlinkbar) darüber schreiben zu können. Peter Neumann ist bei der Berliner zuständig für die Rubrik Verkehr.

Sorry, Herr Neumann. Ich war in großer Versuchung, aber das ist mir einfach ZUVIEL Öffentlichkeit.

Aber danke für die Anfrage. Das zeigt mir nämlich, dass dieses Blog auch wahrgenommen wird.

Samstag, 25. Januar 2014

Winter ist doof

Dieses Foto habe ich letzte Woche als Hintergrundbild auf mein Facebook Profil geladen:
Mein Privater
Was soll ich sagen, der Winter hat sich bei mir für diese Schmähung revanchiert. Und zwar mit einer handfesten Erkältung. Ich bleibe dabei: WINTER IST DOOF.
Aber an Arbeit ist nicht zu denken. Blöder Winter.

Montag, 20. Januar 2014

Über Handtaschen

Szenario bei mir im Taxi:
Vater, Mutter, Tochter. Alle drei mit jeweils einem Gepäckstück im Kofferraum. Sie hatten mich auf der Straße angehalten und wollten zum Hauptbahnhof.
Neben mir Mama, hinten rechts Papa, hinten links Töchterchen.

Unruhe hinten links. Ich hörte den Reißverschluss einer Handtasche. Gesuche. Gewühle.

"Gott sei Dank. Ich dachte schon, ich habe mein Handy liegen lassen."

Mama:

"Heinz, hast Du eigentlich den Hausschlüssel?"

Heinz:

"Ich habe keinen Hausschlüssel."

Nun öffnete Mama ihre Handtasche. Legt erstmal "so ein paar Dinge" auf die Mittelkonsole.

"Ah, da ist er ja."

Und packt "die Dinge" wieder in die Tasche.


Papa nun:

"Wer hat eigentlich die Tickets?"

Mama wird hektisch und packt wieder die Handtasche aus. Wird noch hektischer. Legt noch mehr "Dinge" auf die Mittelkonsole. Steigt ein in die Tiefen ihrer Tasche und zieht einen zerknüllten DIN A4 Zettel von ganz unten hervor:

"Da sind sie ja. Ich hab' die Tickets!"

und entspannt sich wieder. Und alle im Auto lehnen sich beruhigt zurück.

Nur ich dachte noch: Schade eigentlich, ich wäre gerne die 4 Km wieder zurückgefahren um die fehlenden "Dinge" zu holen.

Aber es ist halt so, manchmal dauert es seine Zeit, aber IRGENDWANN tauchen die "Dinge" in einer Handtasche auch wieder auf.

( Der Autor kennt das Spiel aus eigener Erfahrung.)

Freitag, 17. Januar 2014

Touran und unfähige Taxifahrer aus...

Na gut, damit musste ich mich abfinden - und zurecht kommen. Für die Modewoche hatte ich an nicht planmäßigen Tagen bei meinem Chef Schichten beantragt. Die habe ich auch gekriegt. Jetzt kommt das Aber: Einen Touran musste ich fahren, da ich nicht der Einzige war, der in diesen Tagen auf die Idee kam, dieses vermeintlich relativ leicht verdiente Geld mitzunehmen. Unsere Taxen waren fast komplett ausgebucht. Und an und für sich ist das ja auch kein schlechtes Auto. Als Privatfahrzeug fände ich es sogar schick.

Natürlich war ich am ersten Tag noch auf der Suche nach den verschiedensten Bedienungsknöpfen (Wo zum Henker ist eigentlich der Knopf/Hebel, der den Tankdeckel öffnet? Und wieso geht die Innenbeleuchtung nicht an, wenn ich oben am Innenspiegel rumfummle?) Doch schon nach der ersten Wartezeit an der Halte, hatte ich die wesentlichsten Dinge im Griff.
Was ich aber wiklich frustrierend fand: In den 3 Tagen wurde ich 4 Mal an der Halte übergangen, weil hinter mir eine Mercedes E-Klasse gewählt wurde. Und das, obwohl es zu gewissen Uhrzeiten ein verknapptes Taxiangebot in der Stadt gab. Aber na ja, am Samstag ist wieder alles beim Alten.

Und überhaupt, die Bread and Butter ist nicht mehr das, was sie einmal war. Zumindest nicht für uns Taxifahrer. Ansonsten kann ich das natürlich nicht beurteilen. Am Donnerstag (dem letzten Tag der BaB) musste ich am ehemaligen Flughafen Tempelhof tatsächlich fast 20 Minuten auf eine Fahrt warten.

Und noch eine Geschichte mit ernstem (für Taxifahrer aus Berlin) Hintergrund. Eine von einem verzweifelten Fahrgast:

Es gibt hinter dem noch im Bau befindlichen neuen Flughafen BER ein Expo-Center. Dort fand, wie im Vorjahr, ein weiterer Ableger der Modewoche statt. Die Panorama Messe

Ich fuhr also einen Fahrgast dorthin und unterwegs schilderte er mir sein Erlebnis vom Vortag. Auf dem Heimweg von dieser Messe stieg er ins Taxi und der Fahrer kannte das Schloss Bellevue nicht. Hatte auch kein Navi an Bord. Also musste er ihm mit seinem Smartphone per Google Maps den Weg zeigen.

Ich erklärte ihm den Hintergrund für dieses Desaster. Nämlich, dass der Landkreis Dahme-Spree den Berliner Taxen verboten hat, in ihrem Gebiet auf Kunden zu warten und man somit gar nicht anders kann, als mit einem in Berlin unkundigen Fahrer aus der dortigen Gegend zu fahren. Nicht zu fassen, das ist ja nicht irgendwo, sondern sowas von mitten in der Stadt. Die Fahrt hat nach seinen Angaben 52 Euro gekostet.

So weit so schlecht. Aber was mir beim besten Willen nicht in die Birne will: Wie kann man als LDS-Fahrer sich an diese Messe stellen, an der es mit 99.9%iger Wahrscheinlichkeit eine Fahrt nach Berlin geben wird. Und dann auch noch ohne Navi.

Das wusste er natürlich alles nicht und hatte es bisher auf unfähige Berliner Taxifahrer geschoben.

Sonntag, 12. Januar 2014

Entschleunigt

So. Habe ich doch noch Lehrgeld bezahlen müssen. Eigentlich weiß ich es ja schon seit geraumer Zeit, Anfang Januar lohnt es sich nicht, auf der Straße nach Kundschaft zu suchen. Da aber am Dienstag die Fashion Week beginnt, kam ich auf die Schnapsidee, meinen Urlaubsrhythmus so langsam wieder an den Alltag zu gewöhnen.
Also wider besseres Wissen am Samstag schon wieder zu arbeiten begonnen. Es war der erste Tag seit Jahren, dass ich meinen Mindestanspruch an den Umsatz nicht einfahren konnte.

Na dann halt nicht und so machte ich prompt am Sonntag blau. Darf auch mal sein, finde ich.

Fasziniert hat mich am samstäglichen Arbeitstag aber, wie ein jeder, egal ob Autofahrer, Fußgänger und nicht zu fassen sogar Radfahrer, sich wie in Zeitlupe bewegten. Und nochmal SOGAR, auch die Kollegen fuhren in einer Art Traumwelt. Das war richtig gehend ansteckend. So als würde sich Berlin gerade von all dem Weihnachts- und Silvesterstress erholen. Und sich ja nicht zu schnell bewegen, es könnten die Silvesternachwehen, die man gerade überstanden hat, zurückkommen.

Und das möchte ich zum Anlass nehmen, euch dieses fantastische Video vorzuführen, damit ihr die Entschleunigung etwas nachvollziehen könnt. Spielt ja auch im öffentlichen Nahverkehr.
Gaanz laangsam auf Vollbild klicken!
Adam Magyar - Stainless, Alexanderplatz (excerpt) from Adam Magyar on Vimeo. High speed video recording in Berlin at U2 Alexanderplatz station. full video: 24min. 48sec. 720p 50fps www.magyaradam.com Note: There is no Creative Commons License applied to this work. Thus it is not legal to copy.

Mittwoch, 8. Januar 2014

Urlaub (2)

Ich habe ja versprochen, das Blog von langweiligen Berlin-Bildern zu verschonen.
Zwei kuriose Details habe ich aber noch auf meinen Spaziergängen gefunden: Und wieder mal interessant: Die Fußwege und deren Perspektiven, die einem als Taxifahrer normalerweise verborgen bleiben.

Zur Telekom kann man sich schon mal verlaufen.
Gefunden im Englischen Garten in Berlin
Die wahrscheinlich farbenprächtigste Feuerwache Deutschlands.
Für alle Interessierten gibt es ein neues Webalbum, mit Bildern vom Hansaviertel, aus Moabit und Moabiter Werder. Und zuletzt den Großen Stern im Sonnenuntergang.

Nächste Woche ist der Urlaub vorbei und es geht gleich in die Vollen. Die Bread and Butter tobt wieder.

 

Samstag, 4. Januar 2014

Kleine Jahresbilanz (2)

Berichtigung der Schwachsinnsgrafik vom Post "Kleine Jahresbilanz"
Hier die richtige Grafik. Sieht nicht mehr ganz so dramatisch aus:
Noch bastle ich an einer monatlichen Echtzeitübersicht.
Vielen Dank an philipp

Freitag, 3. Januar 2014

Urlaub

Wie immer mache ich die ersten Tage des Jahres frei. Ist ja sowieso nichts los, im Taxigewerbe.

Da ich mich einerseits in meiner Altbau-Wohnung pudelwohl fühle, andererseits aber kein Stubenhocker bin und mich gerne bewege, nutze ich diese Zeit um mich den kuriosen Feinheiten der Stadt zu widmen. Natürlich ist die Kamera mein ständiger Begleiter.
Irgendwo am Maybachufer


Keine Angst, von ermüdenden Berlin-Bildern verschone ich euch diesmal.

Der nächste Ausflug geht in das von Charlotte von Mahlsdorf gegründeten Gründerzeitmuseum in Mahlsdorf.


Kleine Jahresbilanz

So, willkommen im Jahr 2014. Ich wünsche allen LeserInnen meines Blogs ein tolles und erfolgreiches Neues Jahr. Wie immer der Einzelne toll und erfolgreich auch interpretieren möchte.

So richtig toll war, zumindest was meine Umsatzzahlen anbelangt, das Jahr 2013 nicht.

Ein paar Beispiele gefällig?

Ich habe 2013 drei Tage mehr gearbeitet als im Jahr 2012 und trotzdem 1.100 € weniger Umsatz eingefahren. Ergo, um einiges weniger verdient als im Jahr zuvor.

Noch heftiger sieht meine Statistik aus, was die Schichtdurchschnitte pro Monat anbelangt.

Das ist natürlich eine etwas wacklige Angelegenheit, da ich dort einen monatlichen Durchschnitt meiner Schichtumsätze erstelle. Diese Zahlen sind sehr unscharf, da besondere Ereignisse/Großveranstaltungen/Messen durchaus auch mal in einen anderen Monat als in den Jahren zuvor rutschen können. Oder aber wie das Wetter und Streiks im öffentlichen Nahverkehr komplett ausfallen können. Aber im Prinzip richte ich meine Schichten an denen des jeweiligen Vorjahres aus.

Das sieht dann so niederschmetternd aus: (klicken zum Vergrößern)

An dieser Stelle stand mal eine blödsinnige Grafik über meine Umsätze, von der ich nicht will, dass sie weiterhin in meinem Blog zu finden ist. Deshalb habe ich sie gelöscht.

 
Erfreulich im Jahresvergleich aber das Trinkgeld. Fast 100 € mehr als im Vorjahr flossen da netto in meine Kasse.

Privat war 2013 ein ganz normales, durchschnittliches Jahr, ohne größere Höhepunkte, aber auch ohne nennenswerte Tiefpunkte oder Schicksalsschläge.

Einen "Schicksalsschlag" hat aber 2014 für mich parat: Meinen runden Geburtstag. Das genaue Datum und die Anzahl der Jahre bleiben aber unter Verschluss. Solch Getue um meine Person liegt mir nicht. Nur einen kleinen Hinweis gönnne ich euch: Nach dem chinesischen Horoskop bin ich im Jahr des Pferdes geboren.

(Sollte jetzt eine Person aus meinem privaten Bekanntenkreis meinen Geburtstag in die Kommentare posten wollen - dieser wird umgehend von mir gelöscht werden. Ja, schreit nur Zensur.)

Nachtrag 4. Januar 2014
Die oben abgebildete Grafik meiner Umsätze ist völliger Quatsch. Natürlich war ich "Bis Dezember" nicht 50% unter den Vorjahresschnitten.
Vielen Dank an philipp

Es zeigt mal wieder: Computer nehmen einem viel Arbeit ab, aber sie ersetzen nicht, den eigenen Verstand einzuschalten. (Das möchte ich durchaus als Selbstkritik verstanden wissen)

Hier die berichtigte Version.








Montag, 23. Dezember 2013

Große Aufregung

Das war ja eine große Aufregung am Wochenende rund um den Pariser Platz und das Hotel Adlon. Hat ja bestimmt jeder, und sei es nur am Rande, mitgekriegt, dass der Ex-Oligarch Михаил Борисович Ходорковский nach einer Amnestie von Putin aus dem Gefängnis entlassen wurde, nach Berlin geflogen ist und nun im Hotel Adlon wohnt. Ungefähr 200 Meter von der Russischen Botschaft entfernt.
Das wusste ich am Samstagmorgen schon, war aber trotzdem gespannt, was da an meiner Lieblingshalte so los sein würde. Wow, jede Menge Presse, Kameras und Stative.
Unmöglich, alle Stative auf ein Bild zu kriegen
Fotografen zu fotografieren mache ich gerne
Und wie immer, wenn Fotografen und Kameras vor einem Hotel gebündelt auftreten sind Schaulustige nicht weit.
Nein, George Clooney is NOT inside.
"Wissen Sie, wer da drin ist?"
"Nein." log ich einen der Gaffer an. "Aber Sie müssen doch wissen, warum Sie hier rumstehen."

Nö, wusste er nicht, blieb aber trotzdem stehen.

Dass der Fahrgast, der bei mir am Sonntag dann einstieg, irgendwas mit der Sache zu tun haben musste, wurde mir schnell klar, denn eine ganze Horde Kameramänner verfolgte ihn und filmte meine Abfahrt zu einem nahe gelegenen Hotel, in dem er wohnte. Also schon mal 5,40€ verdient an der Sache.
Aber eigentlich hätte ich seinen Sohn Pawel  (engl.) auch so erkannt, denn in den Nachrichten vom Vortag war er schon in den Medien. Er gab vor dem Hotel ein Statement ab, das auch in der Abendschau ausgestrahlt wurde.

Ein echter Sunny Boy und auch durchaus gesprächig.

Einen richtigen Verdienst hatte ich aber erst am Sonntagnachmittag. Ein englischer Journalist, der eigens für die PK von Chodorkowski (Presse kopfschüttel.) angereist war, hatte es sehr eilig zum Flughafen Schönefeld zu kommen. Was diesem schleppend verlaufenden Sonntag sehr gut tat.

Noch eine persönliche Bemerkung von mir. Einen Satz aus der TAZ klaue ich jetzt einfach mal: 
"Wer Chodorkowski sagt, muss auch Snowden sagen."
(Stimmt zwar nicht ganz, da es für Chodorkowski kein Auslieferungsgesuch gibt. Trotzdem sollte man wegkommen von diesem Kalten-Krieg-Denken: Amerika = Gut, Russland = Böse)